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ZEN-Meditation

Unsere Meditationsgruppe trifft sich montags von 19.30 Uhr bis 21.00 Uhr im Gruppenraum in der Hausertorstr. 45    in Wetzlar.

Wir sitzen im wöchentlichen Wechsel wie folgt:

1. Woche: 25 Minuten Dehnungsübungen, anschliessend 2 x 25 Minuten Meditation
2. Woche: 25 Minuten Vortrag, anschliessend 2 x 25 Minuten Meditation
3. Woche: 3 x 25 Minuten Meditation mit der Möglichkeit zu einem persönlichen Gespräch in einem gesonderten Raum.

Die Entwicklung der Präsenz ist das Herzstück der Schulung und Entfaltung des menschlichen Bewusstseins.
Um präsent, also ganz als die Person da zu sein, die man ist, nicht als die, die man werden will oder als die, die man glaubt sein zu müssen, ist es notwendig, die Achtsamkeit, die Konzentrationsfähigkeit, die Einsichtsfähigkeit und die Fähigkeit zur Hingabe an das, was ist zu schulen und zu üben.

meditationEs gibt 4 Grundlagen der Achtsamkeit:                        Erkennen, Akzeptieren, Erforschen und Nicht-Identifizieren.
Meditation ist eine der wichtigsten Erfahrungsmöglichkeiten auf diesem Weg.
Erkennen ist der erste Schritt der Achtsamkeitspraxis. Wenn wir ein Problem haben, müssen wir uns damit auseinandersetzen was ist,  so als würde uns jemand freundlich fragen: “Hey, was ist eigentlich los? Wie geht es dir?” Antworten wir darauf nur: “Gar nichts!” oder “Naja, geht schon irgendwie” oder   mit welcher Ausweichtechnik auch immer, oder halten wir kurz inne, um unseren Zustand zu prüfen? Hier und jetzt?

Wenn wir unsere Unzufriedenheit, unsere Wut, unseren Schmerz, unseren Ehrgeiz leugnen, sind wir nicht frei, ist Leid unvermeidlich. Wenn wir unsere Werte, Überzeugungen, Sehnsüchte und unsere innere Güte leugnen, werden wir unweigerlich Leid erfahren.

Wann immer wir aber erkennen was ist, stellt sich Offenheit ein. “Einsicht, Liebe und Verständnis geschieht ganz von selbst, wenn ein menschliches Wesen beginnt, Fragen zu stellen, sich zu wundern, zuzuhören (auch und besonders sich selbst) und hinzusehen, ohne sich in Ängste zu verrennen.” (Zen Lehrerin Toni Packer)

Akzeptanz ist der nächste Schritt zur Wandlung. Akzeptanz erlaubt uns, uns gleichsam in die Faktenlage hinein zu entspannen. Das ist wichtig, denn mit dem Erkennen kommt leicht eine subtile Form der Ablehnung auf, ein bestimmter Widerwille, der Wunsch, es wäre alles anders. Und dann gehen wir in Phantasien und Tagträume, die uns ablenken oder “wieder aufbauen” in unserem Image von uns selbst.

Akzeptanz heisst nicht Passivität. Wenn wir etwas akzeptieren, heisst das, wir bewegen uns bewusst der Schwierigkeit zu: “Auch du gehörst dazu!”

Erforschen ist der dritte Schritt auf die Achtsamkeit zu, der sich ganz natürlich aus den ersten beiden - Erkennen und Akzeptieren - ergibt. Zuerst erkennen und akzeptieren wir unsere Schwierigkeit, unser Problem; dann aber müssen wir es eingehend untersuchen. Wenn wir bei einer Sache auf der Stelle treten, liegt das gewöhnlich daran, dass wir das Wesen unseres Problems nicht genügend untersucht haben.

Wir konzentrieren uns dabei im Zen, aber auch in der Therapie, auf die vier Bereiche, die bei der Erlangung von Einsicht und Befreiung am wichtigsten sind. Sie werden auch die vier Grundlagen der Achtsamkeit genannt: KÖRPER; GEFÜHLE; GEIST und DHARMA - die grundlegenden Bereiche unserer Erfahrung.

Dharma ist ein Begriff mit vielen Bedeutungen. So versteht man unter Dharma manchmal die Lehren und den Weg des Buddhismus, manchmal auch nur “Wahrheit” - und damit “unsere persönlichen Wahrnehmungs- und Erfahrungsmuster”. Wenn wir uns also mit Achtsamkeit dem Dharma nähern, heisst das, dass wir uns die Prinzipien und Gesetze ansehen, nach denen wir unsere ”Wirklichkeit” strukturieren. Ist die Erfahrung tatsächlich so, wie sie uns zuerst erscheint? Ist sie wirklich fest und unwandelbar? Verengt oder erweitert das Wahrgenommene den Raum unseres Bewusstseins? - Wir merken, ob wir das Problem selbst geschaffen haben.- Wir erforschen, ob wir damit kämpfen, daran anhaften - “oder es verdrängen wollen. Und schließlich machen wir uns klar, in welchem Maße wir uns damit identifizieren. Damit kommen wir zur letzten Grundlage der Achtsamkeit, der Nicht - Identifikation.

Nicht Identifizieren heisst, dass wir aufhören, eine Erfahrung mit “ICH” oder “MEIN” zu etikettieren. Identifikation erzeugt Abhängigkeit; Nicht - Identifikation macht frei. Statt: “Ich bin unfähig” sage ich: “Das hat nicht geklappt, wie könnte es funktionieren?” Wenn wir uns in Nicht - Identifikation üben, nehmen wir uns jeden Geisteszustand, jede Erfahrung, jede Geschichte vor und fragen uns: “Bin das wirklich ich?” Dann können wir bemerken, dass das, was wir für unsere Identität gehalten haben, nur einen augenblicklichen Zustand beschreibt.

Dann können wir wirklich loslassen und Gewahr sein. Das ist das Ziel der Übung in den vier Grundlagen der Achtsamkeit.

Nicht, dass wir damit keine Ängste, Zweifel, Selbstvorwürfe oder depressive Zustände mehr bekommen könnten, aber wir wissen dann, wir haben Zweifel,-- mehr nicht, --  Ängste, mehr nicht, -- Selbstvorwürfe, mehr nicht. Wir halten diese vorübergehenden Zustände nicht mehr für unsere Identität.

Im Zen betrachtet man die Nicht - Identifikation als den Hort des Erwachens, als Ende des Anhaftens, als wahren Frieden. Ohne Identifikation lassen wir uns von den Ängsten und Illusionen unseres kleinen Ichs nicht mehr länger fesseln und unterdrücken, wir können entdecken, dass Freiheit möglich ist, wo immer wir auch sind.

Meditation ist die Kunst des Erwachens, was uns neue Möglichkeiten erschliesst, mit unserem Leben umzugehen.

Die Meditationsgruppe findet Montags von 19:30 bis 21:00 Uhr in den Wetzlarer Übungsräumen in der Hausertorstr. 45 statt. Kosten: 15,- € pro Abend.
Teilnahme nur nach vorheriger Anmeldung.

Die Gruppe wird geleitet von Hans Weinfortner, Schüler von Zen-Meister Arul Arokiasamy und Mitglied im Bodhi-Sangha.

 

 

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